Bei laufendem Produktions- und Lagerbetrieb großflächiges Deckengerüst errichtet
(ABZ Ausg. Nr. 10, 2009)
Die Mitte der siebziger Jahre in Betonbauweise erstellte Produktions- und Lagerhalle der Bitburger Brauerei war aufgrund von Witterungseinflüssen im Dachbereich sanierungsbedürftig geworden. Die selbstragende Dachkonstruktion besteht aus Betonbindern mit Spannweiten von bis zu 20 Metern. Die Abdeckung des Daches besteht aus Gasbetonplatten, die auf die Betonbinder aufgelegt sind. Diese Gasbetonplatten mussten im gesamten Dachbereich mit einer Fläche von über 1700m² ausgetauscht werden. Da eine Stilllegung der Produktion bzw. ein Einstellen des Lagerbetriebes nicht möglich war, musste eine Lösung gefunden werden, die die Weiterproduktion während der Dachsanierung gewährleisten konnte.
Mit ihrem Konzept der großflächigen, abgehängten Deckengerüstkonstruktion konnte die Firma Lichter schließlich den Bauherrn der Bitburger Brauerei überzeugen.
Neben der Schwierigkeit der laufenden Produktion gab es zwei weitere Punkte, die den Schwierigkeitsgrad dieser Baustelle deutlich erhöhten. Erstens galt es für Lichter Gerüstbau einen ganz engen Terminplan, der in die Terminpläne der vor- und nachgelagerten Gewerke eingebunden war. Zweitens musste die Gerüstkonstruktion so hermetisch abgedeckt werden, dass kein Staubkörnchen vom Deckenbereich in die Produktions- und Lagerhalle dringen konnte. Immerhin handelt es sich um einen Betrieb, der erhöhten Anforderungen im Hinblick auf Hygiene und Sauberkeit unterliegt. Im Leistungsverzeichnis lesen sich diese Anforderungen mit den nüchternen Worten:
„Herstellen einer staubdichten, abgehängten Zwischendecke mit einer Tragfähigkeit von 2kN/m² über die Gesamtfläche von 72 x 20m und 5 x 40m."
Alle diese Schwierigkeiten wurden in die Vorüberlegungen mit einbezogen. Ergebnis der Überlegungen war die Hängegerüstkonstruktion mit Gitterträgern und Stahlbelägen. Insgesamt kamen ca. 220 Gitterträger in den Längen 6 und 7 Metern zum Einsatz und ca. 3000 Rux-Stahlbohlen für Rohrauflage. In einem Rastermaß von 2,50m x 1,50m wurden Gerüstrohre an den Betonbindern befestigt. Diese Gerüstrohre dienten dann als Aufnahmepunkte für die Gitterträger, die wiederum dann mit den Stahlbelägen belegt wurden. Um die Staubdichtigkeit zu gewähren, wurden die Stahlbeläge mit einem Fließ und eine 6 Millimeter starken Bauschutzmatte ausgelegt. Somit wurde garantiert, dass kein Staub in den Produktionsbereich gelangen konnte.
Für eine Standzeit von 3 Monaten wurde dieses Deckengerüst errichtet. In dieser Zeit sollen die Sanierungsarbeiten im Dachbereich abgeschlossen sein. Dann kommt erneut die Anforderung auf die fünf Gerüstbaumonteure, die Lichter vor Ort hatte, zu. Ohne den laufenden Produktionsbetrieb zu stören, müssen die Gerüstelemente wieder entfernt werden. Und wie schon bei der Aufbauphase werden diese Arbeiten überwiegend in den Abend- und Nachtstunden durchgeführt.
Für die Fa. Lichter Gerüstbau wird es sicherlich ein Highlight in der Firmengeschichte sein. Auch wenn das Unternehmen, das im Jahr 1992 gegründet wurde, bereits in einem großen Radius mit Spezialgerüsten an Kirchen, Brücken und in der Industrie zu sehen war - ein derart anspruchsvolles Gerüst mit der Bitburger Brauerei als Auftraggeber setzt man sich gern in die Referenzliste.
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